Babylexikon

Tragen

Unter dem Beitrag zum Thema Tragen verbürgt sich mein nächstliebstes Thema. Ich war und bin keine reine Tragemama, habe meine Kinder aber alle gerne und viel getragen. Wir haben auch unterschiedlichste Tragen, die ich euch in diesem Beitrag vorstellen möchte. Außerdem erfahrt ihr etwas über die Tragegeschichten zu jedem Kind.

In der ersten Schwangerschaft kaufte ich mir ein gebrauchtes Didymos Tragetuch und übte mit einem Kissen die Wickelkreuztrage. Ich fühlte mich damit wohl und stellte es mir einfach schön vor, mein Baby durch die Weltgeschichte zu tragen.

Erstes Kind

Unsere erste Tochter wohnte oft nahezu im Tragetuch. Ich setzte sie noch in der Frühwochenbettzeit in unser Tragetuch und wir Beide fühlten uns damit ausgesprochen wohl. Meist schlief sie hier und ich freute mich darüber, mich entweder auch mit ihr auf die Couch zu kuscheln und zu schlafen oder ich konnte etwas erledigen. Später schmiss ich fast den ganzen Haushalt mit Baby im Tragetuch. Draußen fand ich es auch schöner, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen, wenn sie im Tuch saß. Mein Mann liebte das Tragen zum Glück genauso wie ich und wenn wir zusammen unterwegs waren, dann trug er sie immer. Den Kinderwagen nutzten wir bei unserer ersten Tochter kaum. Erst ab dem Sitzalter wurde er langsam interessanter. Zusätzlich zum Tragetuch hatten wir noch eine Manduca. Diese nutzte ich vor allem gerne, um sie auf dem Rücken tragen zu können. So meisterte ich auch unseren Umzug mit Bravur oder wanderte in der Sächsischen Schweiz.

Ich hörte verständlicherweise in der Schwangerschaft mit unserer zweiten Tochter, also circa mit anderthalb Jahren von Töchterchen 1, auf zu Tragen. Am Anfang konnte ich sie auch noch auf dem Rücken tragen, irgendwann war mir dies aber zu schwer.

Zweites und drittes Kind

Als unsere zweite Tochter geboren wurde, statteten wir zwar unseren Kinderwagen mit einer Babywanne und einem Mitfahrbrett aus, da ich aber auch die kleine Schwester viel trug, saß die Große meist doch im Sportsitz im Wagen. Für unsere zweite Tochter kaufte ich mir noch eine neue Trage. Eine Mai Tai von Fräulein Hübsch. Ich mochte sie sehr. Sie verkörperte den Komfort eines Tuches mit dem schnellen Anbringen einer Trage. Sie schlief darin sehr viel, war aber wach nicht gerne in der Trage. Irgendwann schlief sie sogar lieber im Kinderwagen und war eher wach ab und an mal in der Trage. Ich genoss es, sie zu tragen und bei mir zu haben, fand es aber auch gut sie ablegen zu können, um mit ihrer Schwester etwas zu tun. Sie wurde also weniger getragen und saß gerne im Wagen.

Unser Sohn wurde gerne getragen, lag aber auch viel im Wagen. Je nach Situation konnte ich da für mich frei variieren. Er mochte alles gleich gerne. Nur als er ganz klein war, wollte er gar nicht in den Wagen und wurde von uns nur getragen. Hole ich die Trage raus freut er sich heute immer riesig, steigt aber genauso gerne in den Wagen ein. In unserem Kinderwagen liegt unten immer eine Manduca, für den Fall, dass der Wagen mal nicht angesagt ist oder die Stimmung kippt und eine Kuscheleinheit gewünscht wird.

Bei uns trugen auch andere Familienmitglieder mal gerne die Kinder. Meine Mutter passte so zum Beispiel auf die schlafende Enkelin auf, während ich ein Seminar hatte und mein Papa spazierte mit schlafender Enkeltochter durch die Berliner Innenstadt, als ich eine Klausur schrieb. Der Papa trug sowieso immer sehr gerne seine Kinder und genoss die Nähe sehr.

kranke Kinder tragen

Ich trage gerne meine kranken und dadurch oft anhänglichen Kinder. Deshalb besorgte ich mir von Fidella sogar noch eine Trage für Große Kinder bis 30kg. Gerade bei Fieber ist das Tragen besonders schön. Die kleinen können ihre Wärme gut an die Mama abgeben und dadurch ihre Temperatur besser regulieren. Zudem spendet die Nähe viel Trost und Geborgenheit, die man für eine gute Genesung braucht. Außerdem kann sich die Mama auch immer über den Zustand ihres Kindes im klaren sein und trotzdem Erledigungen machen.

Mobilität

Wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, benutzte ich am liebsten eine Trage. Ich musste nicht auf Fahrstühle und so was warten, beziehungsweise hatte in der Bahn oder dem Bus auch keine Platzprobleme. Mit einem Kind vorne und einem Rucksack auf dem Rücken war ich gut ausgestattet und fühlte mich wohler.

Auf Reisen nimmt ein Tragetuch oder eine Trage natürlich auch deutlich weniger Platz im Auto, Flugzeug oder Zug ein, als wenn man mit einem Kinderwagen reist. Klar wird man durch den Rucksack zum kleinen Packesel. Trägt man sein Kind jedoch von Anfang an regelmäßig, wächst die Rückenmuskulatur mit und man hat keine Probleme.

Probleme

Möchte man sich für sein Baby mit einer Trage ausstatten oder hat Probleme beim Tragen, ist es immer Ratsam eine Trageberatung aufzusuchen. In den Großstädten gibt es sie vor Ort, sie ist aber auch online via Video sehr gut möglich.

Vorteile beim Tragen auf einen Blick und Argumente für die Gegner

Mir ist es in meinem Leben als Mama tatsächlich auch das eine oder andere Mal passiert, dass mich fremde Menschen auf der Straße mehr oder weniger „angesprochen“ haben und mein Tragen zu thematisieren.

Beim ersten Mal fuhr eine ältere Dame mit ihrem Fahrrad an mir vorbei und brüllte mich an, dass ich mir wohl keinen Kinderwagen leisten könne und zudem mein Kind umbringen würde. Ich war damals so perplex und hätte zwar gerne was gekontert, sie war jedoch so schnell wieder weg, dass ich nichts sagen konnte. Hinterherbrüllen war zudem nicht meine Art und außerdem schlief das Baby an meiner Brust.

Ansonsten kam natürlich noch die fast schon obligatorische Frage von Passanten, ob das Baby denn genug Luft bekommen würde. Einmal durfte ich mir sogar anhören, ich verwöhne mein Kind zu sehr.

Um damals viel Wissen rund um das Tragen zu haben und gut argumentieren zu können, laß ich das Buch „Ein Baby will getragen werden“. Dort lernt man allerhand nützliches.

Tragen ist für Eltern und Kind für die Bindung sehr gut. Babys können sich stets geborgen fühlen und sind nicht alleine. Die Eltern können mit Baby in der Trage viele Dinge unglaublich unkompliziert erledigen. Sei es der Haushalt, spielen mit den Geschwistern, Spaziergänge, Umzüge, Putzen und vieles mehr. Es gibt sogar Tücher fürs Schwimmen. Gerade im Winter fand ich es besonders schön, die Kleinen warm und kuschelig bei mir zu Wissen, als in einem Kinderwagen, wo ich die Temperatur viel schlechter kontrollieren konnte.

Richtig Tragen und weitere Vorteile

Wird richtig getragen, dass heißt Baby ist auf Kopf-Kuss-Höhe und in einer Anhock-Spreiz-Stellung, sowie mit Blickrichtung zu den Eltern, kann kaum mehr etwas schief gehen. Ich sehe es leider immer wieder auf der Straße, dass die Babys viel zu tief vorm Bauch der Eltern hängen, mit Blickrichtung nach vorne getragen werden oder das Tuch/Trage nicht von Kniekehle zu Kniekehle geht und der Po nicht einer Linie mit den Knien ist.

Die falschen Positionen, schlechte Bindetechnicken und die falschen Tragen können zu Hüft- und Rückenproblemen der Kleinen führen. Andersherum kann das richtige Tragen die Motorik der Kleinen stärken. Ein Baby hat viel mehr Input zum Gleichgewichtsinn und allen Muskeln, wenn es getragen wird und alle Bewegungen der Eltern mitmacht, als wenn es nur passiv in einem Kinderwagen liegt.

Hilfsmittel

Ich zog die Babys immer ganz normal zum Tragen an und konnte durch eine Jackenerweiterung meine Jacke einfach über uns Beide ziehen. Dafür nutzte ich in der Schwangerschaft und in der Tragezeit eine Winterkumja. Zudem schaffte ich mir noch einen Mutter-Kind-Schal an. Beides kaufte ich bei Mamamotion. Beide Produkte sind nicht teuer und ich nutzte sie für alle drei Kinder. Beim dritten Kind besorgte ich mir auch noch eine Softshell-Tragejack. Dort konnte ich auch mit Kind auf dem Rücken das Baby in meiner Jacke haben.

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