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Familienkonstellationen

Was sind Familienkonstellationen?

In diesem Beitrag geht es um alle die Dinge die Familien ausmachen, sich mit der Zeit verändern und die Einfluss auf die Familiensituation haben. Ihr könnt Inhalte lesen zur Veränderung beim ersten Kind, sowie zu den Veränderungen bei den weiteren Kindern. Außerdem geht es um Geschwisterkonstellationen, Altersabstände und Paarzeit.

Unsere erste Tochter war ein absolut geplantes und gewünschtes kleines Wunder. Uns war klar, dass sich unser Leben, wie bisher, sehr verändern würde, weil wir immer Rücksicht auf ein kleines Wesen nehmen müssten. Als Paar hatte man vorher sehr viele Freiheiten und konnte sein Alltag frei gestalten. Schon in der Schwangerschaft begann es, dass man nun fremdbestimmt wurde. Bei uns konnte beispielsweise nicht mehr der Bass im Auto aufgedreht werden, weil mir das unangenehm war oder ich hatte einfach keine Ausdauer bei einer Fahrradtour, sowie Bergwanderung. Eine Frau lernt schnell, dass sie sich von nun an nicht nur um sich selbst sorgt, sondern auch um einen anderen kleinen Menschen. Meine Schwangerschaftssymptome waren sehr mild und andere Mütter mit starker Übelkeit und anderen Problemen spüren diese ersten Einschränkungen noch viel stärker.

Auch der finanzielle Aspekt ändert sich bereits in der Schwangerschaft. Dies hängt natürlich auch davon ab, ob man getrennte oder gemeinsame Konten hat. Bei unseren getrennten Konten kaufen jeder mal was an Erstausstattung und wie ließen uns auch einiges schenken. Mit der Geburt und einem Elternteil in Elternzeit ändern sich die Finanzen nochmal drastisch, da einer nun ein deutlich geringeres Einkommen hat, meist die Frau, und mehr Ausgaben auf einen zu kommen. Dies führte bei uns öfters zu Streit, da ich mich finanziell sehr abhängig von meinem Mann fühlte, da ich mit unseren drei Kindern insgesamt 7 Jahre in Elternzeit war.

Wir waren bei unserer ersten Tochter beide 25 Jahre alt und damit im Gegensatz zu unserem Umfeld locker 7-10 Jahre jünger. Ich hatte oft das Gefühl, dass uns das Alter aber nie im Weg stand. Unserer Freundeskreis setzt sich aus sehr unterschiedlichen Menschen verschiedenen Alters zusammen und ergänzt sich gut. Ich finde es schön jung Mutter zu werden. Ich denke eine Schwangerschaft ist unkomplizierter, man kann besser mit den Kindern spielen (viel auf dem Boden) und man steckt viele Belastungen besser weg. Da ich dies aber nicht nur schwarz-weiß betrachte, ist die persönliche Konstitution natürlich genauso entscheidend. Ich brauchte tatsächlich mit jedem Kind weniger Schlaf, auch waren wir immer recht mutig im Umgang mit unseren Kinder und sahen viele Dinge nicht dogmatisch.

Am Spielplatz und beim Toben ist unsere Devise immer: „Was ihr alleine schafft ist sicher“ und wir wogen immer nur ab, ob man sich dabei jetzt doll verletzen kann, oder ob es zu verkraften ist und somit zum Lernen/Üben beiträgt.

„Ich glaube, dass die Umstellung von keinem auf ein Kind am stärksten ist.“

Wir haben uns bewusst beim zweiten Kind für einen kurzen Altersabstand entschieden, weil wir gerne einen Spielkameraden für unsere erste Tochter wollten. Ich finde es sehr entspannend, wenn die Kinder immer jemanden zum spielen haben. Außerdem lernt man sich auch auseinanderzusetzten und Probleme zu lösen.

Bei unseren zwei Töchtern, die nur zwei Jahre auseinander sind, haben wir ein unschlagbares Team. Da die erste Tochter die ganze Schwangerschaft mit jeder Untersuchung begleitete, immer mit bei der Hebamme war und auch beider Hausgeburt zumindest vor Ort war, wusste sie genau, dass sie bald eine Schwester bekommt und war nie eifersüchtig. Mittlerweile habe ich auch schon öfter gelesen, dass gerade Hausgeburten dazu beitragen, dass weniger Eifersucht herrscht.

Die Umstellung von einem auf zwei Kinder ist weniger enorm, wie ich finde. Klar muss man sich jetzt beispielsweise alleine auch um zwei kleine Menschen kümmern, die ab und an ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben. Aber mit Routinen, Ritualen und festen Zeiten kann schnell Struktur geschaffen werden. Bei uns waren sehr schnell feste Schlafenszeiten etabliert. Mittagsschlaf und -ruhe waren immer von 13 bis 15 Uhr. Zudem ist bei uns 19 Uhr Bettgehzeit. Dadurch hat man als Eltern auch einfach Zeit für sich und andere Dinge. Außerdem können so die Bedürfnisse der Kinder oft zeitgleich gestillt werden. Mit beiden im Bett kuscheln zum Beispiel. Später können dann die Ruhephasen von den jüngeren Geschwistern genutzt werden und mit den älteren etwas besonderes zu machen. Vielleicht Kuchen backen, basteln, nähen oder was auch immer beliebt ist. So schafft man den Spagat ganz gut, sich allen Kindern mal lukrativ zu widmen.

Zu dem Geschwister-Thema kann ich das Buch „Geschwister als Team“ von Nicola Schmidt sehr empfehlen. Es hat mir in manchen Situationen schon geholfen und gute Ideen geliefert. Zudem muss man einfach bei mehreren Kinder, bei uns drei, auch ab und an mal die Kirche im Dorf lassen und abwägen, was jetzt wirklich wichtig ist. Denn ehrlich gesagt, dass Leben ist zu schön um immer nur rumzumotzen und Kinder haben natürlich auch ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen.

Unser drittes Kind hat sich sehr problemlos und auch wieder ohne Eifersucht in unsere Familie integriert. Er wird von allen viel geherzt und ist eine wahre Frohnatur. Seine Hausgeburt trug sicherlich auch wieder zur fehlenden Eifersucht bei. Zudem integrieren wir die Kinder so oft es geht in all unsere Aktivitäten. Sie helfen beim kochen und putzen mit viel Freude.

Unsere Großeltern sind bei uns, wie im Beitrag Clan bereits erwähnt, fester Bestandteil unserer Familie. Sie passen nicht nur regelmäßig mal auf ein oder zwei, auch kurz auf drei Kinder auf, damit entweder wir Eltern etwas wichtiges erledigen können, Paarzeit haben können oder wir bzw. einer von uns mit einem Kind was alleine unternehmen kann.

Nun aber noch genauer zur Paarzeit. Wir haben regelmäßig Dates, wenn die Kinder schlafen. Dann verabreden wir uns richtig, bereiten gutes Essen vor, hören schöne Musik, kuscheln usw.. Wir treffen uns ans sich jeden Abend, wenn wir beide da sind und die Kinder schlafen, auf dem Sofa und trinken Tee zusammen. Dabei gucken wir meist Filme oder Serien, beziehungsweise besprechen anstehende Dinge. Die Dates sind davon ausgenommen und besondere Paarzeit. Sie finden circa einmal die Woche statt.

Das jedes Elternteil auch Zeit für sich hat, klappt bei uns gut. Jeder kann seine Bedürfnisse stillen und der Andere passt in dieser Zeit auf die Kinder auf. Da mein Mann dienstlich Jäger und Funktionsförster ist, hat er natürlich mehr Zeit für sich und sein Hobby, welches zum Beruf geworden ist. Ich habe aber auch regelmäßig Verabredungen mit meinen Freundinnen am Abend oder nehme mir Auszeiten.

Schön sind auch getrennte Wochenendausflüge mit einem oder ohne Kind. So besuche ich gerne Freunde in anderen Städten und mein Mann macht meist Jagdausflüge.

Am wichtigsten finde ich beim Elternsein und Paarsein, gut zu kommunizieren. Meiner Meinung nach, sollte man über alles reden und nichts „runterschlucken“ sowas häuft sich nur an und irgendwann platzt dann die Bombe. Dafür muss man sich natürlich auch Zeit nehmen. Hierbei ist es notwendig in der Ich-Perspektive zu reden, seine Gefühle zu äußern, keine Vorwürfe zu machen und sachlich zu sein. Nur dann können auch schwierige Gespräche gut ablaufen. Wir würden zum Beispiel nie bei einem Streit gehen oder ohne Konfliktlösung schlafen gehen. Jeder kann natürlich kurz für sich sein, seine Gedanken und Gefühle sammeln und anschließend den Konflikt mit ein bisschen Abstand besprechen. Zudem vermeiden wir es, uns vor den Kindern zu streiten. Kleine Diskussionen gehören aber immer dazu und sind völlig normal in einem fünf Personen Haushalt.

Zusammenfassend ist klar zu sehen, dass eine stabile Beziehung benötigt wird, um ein gutes Elternpaar zu sein. Außerdem muss mit jedem Kind die Familienkonstellation überdacht werden. Zudem sollte sich eine Familie immer Hilfe holen, sei es durch Familie oder Babysitter etc. um sich Freiräume neben der Familie zu schaffen.

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