Babylexikon

Brei(frei)

In diesem Blogbeitrag dreht sich alles um die Ernährung des Babys zusätzlich zum Stillen. Bei meinen drei Kindern haben ich diesbezüglich bisher sehr unterschiedliche Vorgehensweisen gehabt.

Zuallererst ist das Wichtigste, sich am Kind zu orientieren und bei Bedarf Angebote zu machen. Das Interesse und auch die Fähigkeiten des Babys spielen dabei eine große Rolle. Fängt ein Baby zum Beispiel an nach dem Essen zu greifen, wenn es auf meinem Schoss sitz, motzt rum, wenn ich esse und es nichts kriegt, oder öffnet den Mund und verfolgt mein Essen mit Blicken, können dies Anzeichen sein, dem Baby etwas anderes als Muttermilch anzubieten. Ich spreche hier jetzt absichtlich nicht von einem Alter, denn dies war bei meinen Kindern äußerst verschieden. Ich habe jedoch immer drauf geachtet, dass ich vier Monate voll gestillt hatte. 

Unsere erste Tochter fing mit Ende des vierten Monats bereist an sich für unser Essen zu interessieren und immer wieder landete nun Banane, Avocado, Haferbrei und Kiwi in ihrem Mund. Man sieht es waren sehr weiche Speisen, sie mochte es aber auch von Anfang an stückig. Bis sie mit acht Monaten sitzen konnte blieb es bei Fingerfood auf unserem Schoss. Danach kam eine kurze Breiphase, welche aber schnell durch Nudel- und Reisgerichte, sowie Kartoffel-Gemüse-Suppen verändert wurde. Schließlich aß sie mit circa 10 Monaten schon ganz normal bei uns mit und auch viel alleine mit den Fingern. Dabei hatte sie übrigens noch keine Zähne (außer zwei unten). 

Baby mit Fingerfoodgurke in Pommesgröße

Die zweite Tocher hingegen hatte gar kein Interesse am Essen und ließ sich 10 Monate voll stillen. Dann fing sie sehr plötzlich an unsere Nahrungsmittel zu essen. Selbstgemachte Pizza war und ist noch heute ihre Leibspeise. 

vorgekochter Gemüsebrei

Unser Sohn jetzt war mit Ende des vierten Monats auch sehr interessiert am Essen. Er mochte jedoch nichts in die Hand nehmen und wollte auch nichts stückiges Essen. Für ihn fing ich dann an Gemüsebreie zu kochen. Gemüsesorten die sich dafür gut eigneten waren: Karotten, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Pastinaken, Fenchel, Blumenkohl und Brokkoli. Später nahm ich dann zu Gemüse auch Reis oder Nudeln. Fleisch oder Fisch habe ich nie in einen Brei gemacht, fand ich persönlich nicht appetitlich und gab es dann erst später, wenn sie es selbst essen konnten. Zudem stillte ich ja noch zusätzlich lange und der tägliche Haferbrei spendete auch viel Eisen. Zur Nährstoffaufnahme aus dem Brei ist noch wichtig zu sagen, dass man ein wenig Öl dazugeben soll. Ich nahm gerne Rapsöl, da es schön geschmacksneutral ist. Beim Sohn, der partout nichts stückiges wollte, musste ich sogar den Haferbrei pürieren. Dazu gab ich immer ein bisschen Obstmark. Hoch im Kurs stand Apfelmark mit Birne. 

Mit 9 Monaten stieg dann unser Sohn relativ plötzlich auf unsere Nahrung um und das Brei kochen, sowie pürieren war vorbei. Zusätzlich wurde er nach wie vor nach Bedarf gestillt.

Kleines Glas oder Edelstahltrinkflasche

Zum füttern oder essen generell ist noch wichtig zu sagen, dass bei uns der Stokke TRIPP TRAPP® Kinderhochstuhl mit Neugeboreneneinsatz gut funktionierte, bis die Kinder dann selbst sitzen konnten. Zusätzlich zur Nahrungsaufnahme boten wir immer Wasser an. Meist aus der Pura Kiki Babyflasche 125ml oder später einem kleinen Glas. 

Fingerfood

Hier noch einige Tipps für praktisches Fingerfood:

Gurken in Stick geschnitten

Blaubeeren, Erdbeeren, Bananen, Avocado in kleinen Stückchen

Spirelli

gekochte Süßkartoffelsticks

gekochte Möhrensticks

Hirseflips

Dinkel- oder Pizzastangen

Maiswaffeln

Insgesamt ist es wichtig, auf die Bedürfnisse des Babys zu gucken und nicht dogmatisch vorzugehen. Ich hatte bei bei meinen ersten zwei Töchtern bisher hauptsächlich breifreie Ernährung und Baby-led Weaning praktiziert und war eine Verfechterin davon. Unser drittes Kind wollte jedoch schnell essen, mochte aber partout keine Stücke oder überhaupt was in der Hand halten. Nun wurde ich also plötzlich zur Breikocherin.

Ich finde auch nicht das Brei kochen unnatürlich sei, weil Säugetiere so etwas nicht tun würden. Diese kauen aber beispielsweise für ihre Babys Nahrung vor oder zerquetschen sie.

Demnach ist jeder Weg für jede Familie richtig, vor allem wenn es dabei allen gut geht.

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